Die Corps haben ihre Wurzeln in der Zeit der europäischen Aufklärung, also in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie haben seit über 200 Jahren jeden Wandel in Stil und Politik überlebt, weil sie keine ideologischen Ziele verfolgen, sondern nur von ihren Mitgliedern eine bestimmte menschliche Grundhaltung fordern, welche am besten mit "gentlemanlike" beschrieben wird. Diese Corps waren von Anfang an Horte reinster Demokratie, ihre Convente waren und sind echte Schulen der fairen Diskussion. Sie haben, ihrem geistigen Ursprung getreu, das Toleranzprinzip gepflegt und nicht nach Rasse, Konfession, Nationalität oder politischer Meinung ihrer Corpsbrüder gefragt, sondern nach ihrem menschlichen Wert. Dass man sie deshalb "elitär" geschimpft hat, hat sie nie sonderlich geschmerzt: Sie waren sich der zeitlosen Gültigkeit ihrer Wertvorstellungen klar bewußt und sind es auch heute noch. Über die Kritik an ihnen, sowohl über die verdiente als auch über die unverdiente berichtet (klick!) Der akademische Struwwelpeter | Die Burschenschaften haben einen politischen Ursprung: Nach den napoleonischen Kriegen entstanden, wurden sie zu Verfechtern deutscher Einheit und (später) einer deutschen Reichsgründung. Ohne sie ist die demokratische Revolution von 1848 und die Paulskirche nicht denkbar. Einige wenige Burschenschaften haben heute ein nationalistisches Gepräge und vertreten rechts- extremistisches Gedankengut, von dem es sich zu distanzieren gilt: denn Ausländer, Zivildienstleistende und Andersgläubige sind für uns eben nicht Menschen zweiter Klasse, sondern Teil unserer demokratischen Gesellschaft.
Die Landsmannschaften und die Turnerschaften (entstanden ab Mitte des 19. Jahrhunderts) sind im Coburger Convent zusammengeschlossen. Sie fechten und tragen Farben. Ihre Prinzipien sind denen der Corps sehr ähnlich.
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